8 Blick in die Zukunft
 

Mit GPS haben die Amerikaner ein Monopol. Das in Russland entwickelte System GLONASS konnte das GPS nie konkurrenzieren. Eine auf diesem Gebiet erprobte Zusammenarbeit zwischen Russland und Amerika ist gescheitert. Möglicherweise ist die Tatsache, dass GPS und GLONASS unter militärischer Kontrolle sind, ein Hauptgrund, der zu diesem Scheitern führte.
Im nun folgenden Kapitel mache ich einen Ausblick auf die geplante Eigenentwicklung der Europäer und die Zukunft von GPS.



8.1 Galileo


Mit Galileo sind die Europäer dabei, ein eigenes Satellitennavigationssystem aufzubauen, welches ohne amerikanische Komponenten auskommen wird. Folgendes Zitat von Mastracci, Direktor bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA, soll verdeutlichen, weshalb man auf amerikanische Komponenten verzichtet: „Es kommt für uns nicht in Frage, ein Satellitennetz aufzubauen und dann von einer amerikanischen Gesetzgebung abzuhängen, die uns vorschreibt, wo die Satelliten gestartet werden dürfen und wo nicht, wer sie anpeilen darf und wo wir sie im All positionieren dürfen.“
Die Ausfuhr von amerikanischen Satellitenteilen ist seit 1999 erschwert, da eine Erlaubnis des Aussenministeriums notwendig ist, welche sehr zurückhaltend erteilt wird. Es ist denkbar, dass die Amerikaner hiermit einen ähnlichen Fehler machen, wie sie bereits in den Sechzigerjahren gemacht haben. Damals weigerten sie sich, europäische Nachrichtensatelliten zu starten. Darauf entwickelten die Europäer die Ariane-Rakete, welche lange Zeit zur meistgebuchten Rakete für schwere Nachrichtensatelliten wurde.
Nun aber zurück zum Navigationssystem Galileo. Galileo soll als ziviles System in Betrieb genommen werden und genauer als GPS sein. Für die zivilen Nutzer beträgt die Genauigkeit bei GPS ca. 10 Meter. Galileo soll eine Genauigkeit von etwa einem Meter erreichen. Wie GPS soll Galileo in allen denkbaren Bereichen eingesetzt werden. Blindlandeanflüge wären z.B. mit Galileo möglich. Das gesamte System, bestehend aus etwa dreissig Satelliten, welche die Erde in einer Höhe von 24'000 Kilometern umkreisen, soll bis im Jahre 2008 aufgebaut sein (nach DER BUND).



8.2 GPS III


Das Ziel der Einführung von GPS III ist die Steigerung der Genauigkeit, die Verbesserung der Integrität und der Verfügbarkeit. Mit GPS III wollen die Amerikaner das heute verwendete GPS ausbauen. Geplant sind zwei neue Signale für die zivilen Anwender. Auf der heutzutage nur von militärischen Diensten verwendeten Frequenz L2 soll zusätzlich ein ziviles Signal vom Typ C/A eingerichtet werden (L2C). Dieses Signal wird alleine nicht eine höhere Genauigkeit liefern. Wird es aber zusammen mit dem C/A-Signal der Frequenz L1 verwendet, so kann der Effekt der Ionosphäre eliminiert werden und damit auch die Genauigkeit erhöht werden. Das zweite neue Signal bekommt eine separate Frequenz (L5 mit 1176.45 MHz) vom Typ P. Damit kann eine Genauigkeit im Zentimeterbereich erreicht werden.
Mit den Frequenzen L1 und L2C ergibt sich eine Genauigkeit von 2.5 Meter in die horizontale und 4.5 Meter in die vertikale Richtung. Mit dem zusätzlichen P-Code auf der Frequenz L5 erhöht sich die Genauigkeit auf 0.5 Meter in die horizontale und 1.1 Meter in die vertikale Richtung. Dies und die weltweite Verfügbarkeit von L1 und L5 erlauben es, Blindlandeanflüge durchzuführen.


Integrität: Die Zeit, bis dass der Benutzer auf einen Fehler des Systems hingewiesen wird.

vgl. Kapitel 3.2, Signal der Satelliten

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